Ein Faltenbalg wird dann verwendet, wenn ein Abstreifer wegen der Gefahr der Verschleppung von Medien nicht eingesetzt werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall in der Aseptik oder bei schleißenden Medien, welche eine herkömmliche Dichtung zerstören würden.

Eine Gummibalg ist weithin bekannt. Aus PTFE wird ein Balg vor allem dann hergestellt, wenn eine oder mehrere dieser Voraussetzungen vorliegen:

  • Chemischer Angriff durch Säure, Lauge oder Lösemittel
  • Einsatz in Kontakt mit Lebensmittel oder Pharma
  • Diffusion und Verschleppung von flüchtigen Substanzen wie Aroma oder Weichmacher
  • Hohe Drücke und / oder hohe Temperaturen
  • Mechanische Ermüdung durch hohe Biegewechsel

Im Gegensatz zu Elastomer wird eine TEFLON®-Manschette in der Regel spanend hergestellt. Dadurch ergeben sich große Gestaltungsmöglichkeiten, die genutzt werden können, um multifunktionale Lösungen herzustellen oder um gegebene Einbauräume einzuhalten. Eine Musterherstellung ist deshalb meist ohne nennenswerte Werkzeugkosten möglich.

Ein Teflonbalg ® aus reinem PTFE ist der Standard, wenn die Temperaturen im Einspannbereich etwa 100 °C nicht überschreiten. Sie sind kostengünstiger herzustellen und haben trotzdem eine sehr hohe Biegewechselfestigkeit. Sie sind generell physiologisch unbedenklich. Die gängigen Normen der FDA, 3A, USP Class VI und EU 10/2011 werden von unseren Werkstoffen eingehalten und können bestätigt werden.

Überschreiten die Temperaturen im Einspannbereich etwa 100°C, so besteht die Möglichkeit, diese Bereiche mit PEEK zu verstärken. Ebenso ergibt es Sinn, Schlüsselflächen, Gewinde und Führungsflächen ebenso als Compound auszuführen. Somit lassen sich mehrere Funktionen integrieren.

Für die Anwendung in explosionsgefährdeten Bereichen kann ein Faltenbalg mittels Leitpigment elektrisch ableitfähig ausgeführt werden. Diese ATEX-konformen Bauteile erhalten unter Zugabe von Ruß dann ihre schwarze Farbe. Die Wechselbiegefestigkeit reduziert sich dadurch allerdings.

Um höhere Kräfte in einen Faltenbalg aus PTFE einzubringen, ergibt oft eine Verstärkung mittels eingesinterten Stahlteilen bzw. Buchsen Sinn. Ein modernerer Ansatz ist hier, die Stahlteile einzuschrauben, einzuschnappen oder zu klemmen.

Für übliche Anwendungen legen Konstrukteure ihre Faltenbälge aus den Elastomeren NBR, EPDM, FKM oder Silikon aus. Die Vorteile liegen in den günstigen Herstellkosten bei höheren Stückzahlen und des gutmütigen Verhaltens bei größeren Hüben. Lateraler, angularer oder axialer Versatz können sich hierbei überlagern. So sind sogar Anwendungen möglich, in denen die Manschetten auf Torsion beansprucht wird.

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